Allgemeine Schlafsackinformationen

Allgemeine Schlafsackinformationen

Allgemeine Informationen zum Schlafsack


(folgende Beiträge dienen zur Informationsgewinnung für Interressierte beim Schlafsackkauf und stammen auszugsweise aus Beträgen der WIKIPEDIA Enzyklopädie vom 19.10.2007)

 

Schlafsacknorm EN 13537


Diese seit 2005 geltende EU-Norm legt allgemeine Anforderungen zur Kennzeichnung und Beschreibung von Schlafsäcken fest. Dies betrifft vor allem die Angaben zu Temperaturen sowie Pack- und Innenmaßen eines Schlafsacks. Es ist nun möglich, die Angaben der unterschiedlichen Modelle und Hersteller miteinander zu vergleichen, da alle Angaben nach den gleichen Normvorgaben bei Prüfinstituten ermittelt werden müssen.


Bei den Temperaturangaben gibt es drei unterschiedliche Angaben:


Komforttemperatur T comf
Dieser Wert wird für eine “Standard-Frau”(25 Jahre, 60 kg, 1,60 m) errechnet, die gerade
noch nicht friert.

Grenztemperatur T lim
Dieser Wert wird für einen “Standard-Mann”(25 Jahre, 70 kg, 1,73 m) berechnet, der gerade
noch nicht friert.

Extremtemperatur T ext
Dieser Wert wird für eine “Standard-Frau”(25 Jahre, 60 kg, 1,60 m) unter starker Kältebelastung
berechnet. Hier besteht erhöhtes Risiko der Unterkühlung. 

 

Schlafsacktypen


Mumienschlafsack

Die Mumienschlafsäcke verdanken ihren Namen der gleich einer Mumie körpernahen Schnittform mit eingefasstem Kopf, die ein besonders hohes Wärmeretentionsvermögen bei vergleichsweise niedrigem Gewicht verspricht. Er wird deshalb überwiegend zum Übernachten im Zelt oder im Freien verwendet; hochwertige Ausführungen mit aufwendiger Fütterung ermöglichen komfortablen Schlaf selbst noch bei extremen Frost. Zum Übernachten im Freien (ohne Zelt) werden Mumienschlafsäcke oft mit einem Biwcksack kombiniert, der als äußere Hülle zusätzlich wärmt und möglichen Niederschlag abhält.

Eine Variante der Mumienform ist die Eiform: ein eiförmiger Schlafsack ist besonders im Brust- und Hüftbereich deutlich breiter geschnitten als ein Mumienschlafsack und stellt so einen guten Kompromiss aus Wärmeretentionsvermögen und Schlafkomfort dar. Besonders für Personen, die sich im Schlaf häufig bewegen bzw. umdrehen, ist ein Ei-Schlafsack die beste Wahl.


Expeditionsschlafsack

Ein Expeditionsschlafsack ist besonders für die Bedürfnisse beim Höhenbergsteigen und bei Expeditionen konstruiert. Der Schlafsack muss seinen Benutzer vor Temperaturen bis unter -40°C schützen. Dazu besitzt der Expeditionsschlafsack eine extreme Isolierung. Man unterscheidet zwischen dem Kunstfaserschlafsack und dem Daunenschlafsack.


Kunstfaserschlafsäcke

decken inzwischen im Extrembereich Temperaturen von bis zu -40°C ab. Sie verwenden aufwändige Kunstfasern, die eine extrem hohe Wärmeisolierung besitzen. Sie sind aber in der Regel etwas schwerer als Daunenschlafsäcke.

Der Vorteil einer Kunstfaserfüllung besteht darin, dass sie kaum Feuchtigkeit aufnimmt. Sollte es dennoch passieren, verliert der Schlafsack auch im nassem Zustand kaum an Loft und trocknet rasch. Zudem sind sie unkompliziert in der Pflege. Sie sind empfehlenswert für Gebiete mit permanent hoher Luftfeuchtigkeit, bei der Benutzung von wasserdichten Biwaksäcken (Kondenswasser) sowie Wintertouren. Ein weiterer Vorteil gegenüber den Daunenschlafsäcken ist der geringere Preis.

Kunstfaserfüllungen werden aus Polyesterfasern verschiedenster Art hergestellt.

Wichtig für die Bauschfähigkeit ist die Oberflächenbehandlung der Fasern. Unter dem Mikroskop hat die Polyesterfaser eine raue Oberfläche. Die einzelnen “Fäden” können sich so stark ineinander verhaken, dass sie sich nicht mehr aufbauschen. Deshalb werden die Fasern mit einer glatten Silikonschicht ummantelt. Je aufwändiger dieses Verfahren und der Aushärtungsgrad des Silikons ist, desto länger bleibt die Bauschfähigkeit der Faser erhalten. Verarbeitung der Füllung Die Konstruktionsweise der Füllung ist auf den Einsatzbereich ausgelegt. Je nach erwünschter Wärmeleistung werden die Kunstfasern auf Vliesen fixiert und dann 1- oder mehrlagig verwendet. Dann werden sie direkt am Außen- und Innenmaterial vernäht. Bei der Verarbeitung mit loser Außenhülle wird gänzlich auf eine Verbindung mit dem Außenmaterial durch Nähte verzichtet, um ein Entweichen der Wärme durch die Nahtlöcher zu verhindern. Bei der Schindeltechnik wird im Prinzip wie bei Dachschindeln gearbeitet: Ein Schindel-Ende wird mit der Innen-, eins mit der Außenhülle vernäht.


Daunenschlafsäcke

erreichen im Extrembereich Temperaturen von bis zu -50°C. Die Schlafsäcke verwenden als Wärmeisolation Gänsedaunen. Das Mischungsverhältnis beschreibt die Relation von Daunen zu normalen Federn in der Füllung, je höher der Daunenanteil ist, desto besser isoliert der Schlafsack. Die Daune macht den Schlafsack aber auch druck- und feuchtigkeitsempfindlich. Im Expeditionsbereich werden Mischungsverhältnisse von 90/10 bis 97/3 (Daune:Federn) verwendet. Es gibt bei der Daune aber Qualitätsunterschiede, sie wird als Loft oder Fillpower angegeben. Je höher der Loft, desto besser isoliert der Schlafsack.

 

 

10 Punkte Check: Schlafsäcke


1. Kapuze

Ein Schlafsack erreicht seine volle Wärmeleistung nur, wenn man seine Kapuze bis auf eine kleine Öffnung zuziehen kann. Der Stirnwulst, eine extra gefüllte Kammer entlang des Schnürzugs, steigert den Tragekomfort und schützt Stirn, Nase und Wangen.


2. Wärmekragen 

Wer die Kapuze lieber offen lässt, sollte darauf achten, dass der Schlafsack mit einem breiten, dicht gefütterten Wärmekragen ausgestattet ist. Dieser legt sich wie ein Schal um den Hals und verhindert, dass warme Luft aus der Schlafhöhle heraus und kalte hineinströmt.


3. Abdeckleiste

Der Reißverschluss ist ein potenzielles Schlupfloch für Kälte. Deswegen muss hinter dem Reißverschluss eine Abdeckleiste „dicht machen“. Je dicker und breiter sie ausfällt desto besser. Versteifungen verhindern, dass der Reißverschluss-Schieber sich im Material verklemmt.


4. Reißverschluss

Reicht der Reißverschluss bis zu den Füßen, kann man den Schlafsack aufklappen und als Decke verwenden. Ein 2-Wege-RV ist daher ebenfalls nützlich.


5. Fußteil

Es muss so geräumig sein, dass die Füße und Zehen nicht die Füllung zusammendrücken. Das kann zu unangenehmen Kältebrücken führen.


6. Innenmaterial

Hier kommt nur Nylon (Polyamid) oder Polyester in Frage. Baumwolle ist zu schwer und trocknet extrem langsam – auf Tour fatal.


7. Außenmaterial

Auch hier kommt vor allem Polyamid oder Polyester zum Einsatz. Eine Imprägnierung, Mikrofaser-Gewebe oder ein beschichteter Stoff schützen vor Kondensfeuchtigkeit oder verschütteten Getränken.


8. Länge

Lieber zu lang als zu kurz. Bei einem zu kleinen Modell drücken Sie sonst die Füllung an Füßen und Kopf zusammen und verschlechtern die Wärmeleistung des Schlafsacks. Viel zu groß sollte er aber auch nicht sein, sonst muss zu viel tote Luft erwärmt werden.


9. Schnitt

Leute mit bewegtem Schlaf brauchen etwas breitere Schlafsäcke. Sonst wird die Füllung mit Ellenbogen, Gesäß oder Knien zusammengeknüllt. Wer mit Enge keine Probleme hat, ist mit körperbetont geschnittenen Schlaftüten besser bedient: Sie sind schneller aufgewärmt und wiegen weniger als die weiter geschnittenen Modelle.


10. Konstruktion

Bei Schlafsäcken für Temperaturen unter 5 Grad Celsius kommen nur Thermokonstruktionen ohne durchgesteppte Nähte in Frage. Achten Sie auch auf eine gleichmäßige Verteilung der Füllung zwischen Ober- und Unterseite, sonst entstehen kalte Stellen beim Drehen.

 

Tipps zum Schlafsack kaufen


Beim Kauf sollte man auf Folgendes achten: Der Reißverschluß darf nicht klemmen. Eine Abdeckleiste mindert Wärmeverluste. Extreme Winterschlafsäcke haben gar keinen Reißverschluss. Bei manchen Modellen kann man zwischen links- und rechtsseitigen Reißverschlüssen wählen. So lassen sich zwei Schlafsäcke verbinden. Pärchen können dann den Temperaturbereich ihrer Schlafsäcke beträchtlich erweitern.

Über Kopf und Hals entweicht die meiste Wärme. Deshalb ist eine gut geschnittene Kapuze wichtig. Manche Schlafsäcke für kühlere Temperaturen haben einen Wärmekragen, der sich am Hals zusammenziehen läßt. Dadurch hält sich die angewärmte Luft länger im Schlafsackinneren. Bei Sommerschlafsäcken ist dieses Detail überflüssig.

 

Schlafsackpflege

Am wichtigsten ist, den Schlafsack locker und luftig zu lagern - also entweder frei hängend oder in einem weiten Aufbewahrungsbeutel. Keinesfalls darf er im Kompressionsbeutel bleiben oder im Schlafsackfach des Rucksacks. Unterwegs sollte man den Schlafsack so oft wie möglich aufschütteln, trocknen und lüften. Vor allem bei Daunenschlafsäcken ist das wichtig. Auch sollte man den Schlafsack in den Packsack stopfen und nicht zusammenrollen, wie bei älteren Modellen zum Teil notwendig.

Waschen sollte man einen Schlafsack möglichst selten. Dazu gibt es spezielle Daunenwaschmittel (auch für Kunstfaserschlafsäcke). Eventuell verbessert sich durch Waschen mit einem Daunenwaschmittel das Bauschvermögen von Kunstfasern.

Um die Leichtgängigkeit des Reißverschlußes auf Dauer zu erhalten sollte man ihn von Zeit zu Zeit mit Grönlandwachs (normalerweise zum Imprägnieren von Kleidung gedacht) oder mit Graphit einreiben (z.B. mit einem Bleistift drüberstreichen).